Fotographie einer Blindprägung des Kleinbuchstabens 'g'

Licht und Schatten

Die Blindprägung ist Kunst des Weglassens in Perfektion. Klar definierte Kanten erzeugen ein Wechselspiel von Licht und Schatten. Das ist der Charme der Blindprägung — ganz ohne Farbe.

Verfahren

Erfahrene Graveure stellen von Hand einen Prägestempel aus Messing her. Die Hand des Meisters ist hier — obwohl wir im Zeitalter der Raumfahrt leben — unersetzlich. Gemäß einer zweidimensionalen Vorlage (Film) entsteht zunächst in seiner Vorstellung ein dreidimensionales Motiv. Vergleichbar mit der Arbeit eines Bildhauers geht er dann zu Werke. Mit der meisterlichen Gravur ist es aber nicht getan. Um alle Details aus dem Prägestempel "herauskitzeln" zu können, bedarf es einer entsprechenden Zurichtung des Gegendrucks, der den Bedruckstoff in die Prägeform hineinpresst. Unsere Präger fertigen diesen in Handarbeit; individuell, präzise, randscharf.

Einsatz

Grenzen gibt es beinahe keine. Ein- oder mehrstufige Umsetzungen von Logos, reliefartige Darstellungen oder Typo — toben Sie sich aus!

Do's & Dont's

Eine besondere Beachtung benötigt die Auswahl des zu prägenden Materials. Sehr gut geeignet sind langfaserige Naturpapiere und -kartons — am besten mit einem Anteil von Hadern (Baumwollfasern). So ist von einem Büttenkarton mit 300 g/m² einiges mehr zu erwarten als von einem Bilderdruckkarton mit 200 g/m². Das soll nicht heißen, daß letztere Materialien nicht zu prägen wären; Flankenwinkel und Prägehöhe werden durch unsere Graveure dem Material entsprechend definiert. So kann ein Aufbrechen der Motivkanten ausgeschlossen werden und dennoch ein randscharfes und plastisches Ergebnis erzielt werden.

Häufig sehen wir im Offset gedruckte Elemente, die zusätzlich blind hochgeprägt wurden. In unseren Augen ist das eine suboptimale Lösung, die den Stahlstich imitieren soll. Die naturgemäß matte Offset-Farbe raubt dieser Technik ihre beste Wirkungsmöglichkeit: Licht und Schatten.